Hypnose: Was passiert im Gehirn?

August 23, 2019 Natalie Andrione

Es kann ganz schön unheimlich sein, einen Menschen in Hypnose zu beobachten. Er sieht aus, als seien Sie im Koma. Der Hypnotiseur macht mit ihm scheinbar, was er will und der Hypnotisant folgt seinen Befehlen ohne zögern. Aber was passiert eigentlich im Gehirn während der Hypnose? Das finden wir jetzt heraus.

Das Gehirn besteht aus vielen Milliarden von Gehirnzellen. Gehirnzellen nennt man auch Neuronen. Und diese kommunizieren alle miteinander. Das tun Sie, in dem Sie mit Hilfe von kleinen Stromimpulsen Ihre Informationen von der einen zur anderen Gehirnzelle senden. Es kommunizieren aber nicht nur zwei Gehirnzellen gleichzeitig miteinander, sondern gleich mehrere Milliarden. Es senden also gleich mehrere Milliarden Neuronen gleichzeitig Stromimpulse aus. Je mehr Neuronen miteinander kommunizieren, desto aktiver ist das Gehirn. Kommunizieren weniger Gehirnzellen, ist das Gehirn weniger aktiv.

Die Gehirnaktivität ist messbar

Diese Gehirnaktivität kann mit sensiblen medizinischen Instrumenten gemessen werden. Beispielsweise mit dem EEG, auch Elektroenzephalogramm genannt. Auf dem EEG ist auch zu erkennen, dass die Gehirnaktivität in Wellen verläuft. Je langsamer die Wellen schwingen, desto weniger Aktivität findet im Gehirn statt. Je schneller die Hirnwellen schwingen, desto höher ist die Hirnaktivität.

Sind wir wach, schwingen unsere Gehirnwellen bei ca. 12 – 38 Hz. Das ist der sogenannte Beta-Wellen-Zustand.

Alles darunter geht in Richtung Schlaf.

Im Alpha-Wellen-Zustand sind wir entspannt.

Im Theta-Wellen-Zustand sind wir normalerweise in einem leichten traumhaften Schlaf.

Und im Delta-Wellenzustand sind wir für gewöhnlich im Tiefschlaf.

Funktionsweise des Gehirns für Hypnose nutzen

Diese Funktion des Gehirns in den Schlaf abzusinken und somit die Gehirnanktivität zu reduzieren, können wir für die Hypnose ganz einfach nutzen:

Der Hypnotisant wird mit Hypnosetechniken entspannt. Damit sinkt die Gehirnaktivität. Wir wollen, das die Gehirnaktivität so weit wie möglich herab sinkt. Durch unsere Stimme kommunizieren wir währenddessen ununterbrochen mit dem Klienten. Er konzentriert sich nur auf unsere Stimme. So behalten wir seine Aufmerksamkeit. Er kann also nicht völlig in den Schlaf absinken.

Jetzt passiert im Gehirn etwas ganz spannendes, was auch im Schlaf passiert: Die Bereiche, in dem das rationale Denken stattfindet, werden größtenteils abgeschaltet. Rational denken tut der Hypnotisant zwar nicht mehr. Dennoch bleibt ein Selbstschutzmechanismus im Gehirn aktiv.

Dafür dass das Fronthirn schlummert, werden im hinteren Gehirnteil die Areale für bildhaftes Erleben und für Gefühle aktiv. Man könnte sagen, die Gehirnaktivität verlagert sich nach hinten. Im Schlaf findet das Gleiche statt. Da wird das Erlebte üblicher Weise durch Träumen verarbeitet. Jetzt, wo der Hypnotisant aber völlig entspannt mit uns in Kontakt ist und mit uns sprechen kann, können wir gezielt auf diesen Verarbeitungsprozess einwirken. Wir können mit dem Hypnotisanten gezielt Erlebnisse verarbeiten, die bisher nicht oder fehlerhaft von Gehirn verarbeitet wurden. Man könnte sagen, wir geben dem Gehirn Nachhilfe in Erlebnis- und Traumaverarbeitung.

So findet also die Hypnose im Gehirn statt.

Kann man diese Hirnfunktion ausnutzen?

Halt! Und was ist mit dem Kontrollverlust, wie man es von der Hypnose von den Medien her kennt? Nun, wir haben sicher schon einmal von der Show-Hypnose gehört oder haben Sie gesehen. Es ist, nur eine Show, die vielleicht höchstens vom Erwartungsdruck des Publikums her den Teilnehmer lähmt. Frei nach dem Motto „The Show must go on“. Sollte sich ein Showteilnehmer wirklich in Hypnose versetzten lassen haben, dann auch nur, weil er sich voll und ganz auf die Show eingelassen hat. Und somit auch auf die Anweisungen des Show-Masters.

Wie ist das zu verstehen?

Nun ja, wir tun doch nichts, was gegen unseren Willen geht. Entweder, wir lassen uns auf die Anweisungen des Hypnotiseurs ein und machen mit. Oder wir blocken seine Anweisungen ab. Wir nehmen Sie nicht an.

Sie wissen ja nun, dass Hypnose nichts weiter als eine Entspannung mit fokussierter Aufmerksamkeit ist. Entweder Sie folgen der Stimme und entspannen sich, oder sie stehen auf und gehen. Niemand kann Sie zum mitmachen überreden, denn Sie haben immer die Kontrolle!

Nehmen Sie jedoch an einer Hypnotherapie teil, können Sie Besserung und Heilung erfahren, Sie können lernen und verarbeiten.

Probieren Sie es einfach aus!

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