Wie funktioniert Hypnose

Juni 14, 2019 Natalie Andrione

Hypnose nutzt einen neurobiolgischen Mechanismus im Gehirn. Das Gehirn schwankt ständig zwischen Anspannung und Entspannung hin und her. Mit Anspannung ist hier Konzentration gemeint. Dieses Schwanken kann man auch sehr schön durch das Messen der Gehirnwellen an einem EEG feststellen. EEG ist eine Abkürzung für Elektroenzephalogramm. Je aktiver die Gehirnwellen sind, desto wacher und konzentrierter ist ein Mensch. Je langsamer die Gehirnwellen schwingen, desto entspannter ist der Mensch. Die verschiedenen Schwingungsdichten wurden in der Wissenschaft in Gamma, Beta-, Alpha-, Delta- und Thetawellen eingeteilt.

Wenn ein Mensch lernt, sich konzentriert oder meditiert, kann man bei ihm Gammawellen am EEG ablesen. Der Mensch geistig sehr aktiv. Diese wellen sind in diesem Zustand besonders dicht.

Werden bei einem Menschen Beta-Wellen gemessen, befindet er sich in einem normalen Bewusstseinszustand. Wir können es das Wachbewusstsein nennen. Das ist der Zustand, in dem wir logisch denken und urteilen. Hier funktioniert unsere Kritikfähigkeit am besten. Wir können die Kritikfähigkeit auch kritischen Filter oder kritischen Faktor nennen. Dieser filtert alles heraus, was zu unserem Denken und unserem Weltbild nicht passt. Dieser kritische Filter ist wie ein von Kindheit auf erlernter Schutz vor möglichen Gefahren. Er hält uns in unseren alten Gewohnheiten, Gedanken und Gefühlen. Schließlich haben wir ja damit auch bisher überlebt. Der kritische Filter meint uns den sichersten Weg durch die Welt zu weisen, weil wir diesen bei uns und bei unseren Bezugspersonen früher gelernt haben. Und es hat funktioniert. Alle anderen Informationen lässt der kritische Filter nicht zu. Er glaubt, Sie könnten schaden. Dazu später mehr.

Die Alphawellen sind schon deutlich langsamer. Das Gehirn ist in einem ruhigeren Zustand. In diesem Zustand ist ein Mensch unkritischer und für neues aufnahmebereiter, als in dem Wachzustand. Das passiert schon bei einer leichten Entspannung, wie z.B. dem Zurücklehnen und Augenschließen. Weil das Gehirn nun weniger aktiv ist, ist der kritische Filter auch weniger aktiv. Es können erste Suggestionen gegeben werden und auch wirken. Der Alphazustand ist bereits ein leichter hypnoider Zustand. Mit den richtigen Techniken kann man auch hier bereits mit der Hypnosearbeit beginnen.

Die Thetawellen sind wiederum noch langsamer. Der Mensch befindet sich hier in einem schläfrigen Zustand oder sogar leichten Schlaf. Er döst vor sich hin. Hier ist der kritische Filter noch weniger aktiv. Dieser Zustand ist optimal für die Hypnose.

Der Delta-Wellen-Zustand ist der niedrigste Hirnwellenzustand. Hier sind Menschen in einem traumlosen Tiefschlaf. Diese Hirnwellenfrequenz können auch bei einer Trance gemessen werden. Der kritischer Filter ist hier zwar immer noch kritisch. Aber nur auf die notwendigste Kritik reduziert. Das ist der absolute Selbstschutz. Der Hypnotiseur kann dem Hypnotisanten also nicht einfach schaden. Er kann ihm keine Waschmaschine andrehen, ihn nicht bestehlen und der Hypnotisant kann nicht im Auftrag des Hypnotiseur einen Mord begehen. Das funktioniert nicht. Allerspätestens nach der Hypnosesitzung wird der kritische Filter die neuen Informationen als gefährdend erkennen und diese aussortieren.

Das Gehirn kann die Gehirnwellen für den Schlafen reduzieren. Doch weil dieser Vorgang neurobiologisch einfach bereits vorgegeben ist, können wir ihn ganz einfach nutzen. Dieser Vorgang funktioniert auch, wenn wir den Hypnotisanten direkt in eine Entspannung schicken und ständigen Kontakt zu ihm halten. Je tiefer er in die Hypnose sinkt, desto weiter sinkt die Gehirnaktivität. Bis sogar zu einem absolutem Minimum. Damit sinkt auch der kritische Filter. Bis auf das notwenigste Überlebensminimum.

Das logische und kritische Denken findet vorallem in dem Frontallappen im Gehirn statt. In Hypnose ist dieses weitgehend abgeschaltet. Das betrifft auch alle anderen Areale, bis auf einige wenige. Es geht soweit, das man auch keine Schmerzen spürt. Jetzt sind die Areale für bildhaftes Erleben und Emotionen besonders aktiv. Und es betrifft die Gehirnareale, wo alte Denk- und Verhaltensmuster gespeichert sind.

Jetzt wo der kritische Filter in der Hypnose minimiert ist, können wir diese ungünstigen oder gar krankmachenden Glaubens- und Verhaltensmuster überarbeiten. Neue Glaubens- und Verhaltensmuster können geschaffen werden.

Weil die Gehirnregionen für Emotionen und Bilder besonders aktiv sind – und – das Gehirn mit Emotionen besser lernt, sind solche neu erlernten Inhalte auch prägsamer. Diese Funktion nutzt die Hynposetherapie und erzielt regelmäßig auf der ganzen Welt gute und auch erstaunliche Erfolge.

Fassen wir noch einmal zusammen:

Der Mensch besitzt mit seinem logischen Denken auch einen kritischen Filter. Diesen verringern wir durch Entspannung. Der Kritische Filter erkennt weiterhin, was gefährlich ist, akzeptiert aber Updates, die dem Hypnotisanten nicht schaden.

In Hypnose können ungünstige Denk- und Verhaltensmuster verändert werden. Durch die bildhafte und emotionale Wirkungsweise im Gehirn können neue Informationen nachhaltiger wirken.

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