Hypnose ohne Heilerlaubnis – Darf ich ohne den Heilpraktiker für Psychotherapie hypnotisieren?

Juni 7, 2019 Natalie Andrione

Hallo, in diesem Video erfahren Sie, ob und wie Sie Hypnose ohne Heilerlaubnis anwenden dürfen und was Sie unbedingt beachten müssen. Bitte schauen Sie sich das Video bis zum Ende an, um alles nötige zu erfahren.

Über Hypnose denken viele, sie sei wie eine mystische und spannende Möglichkeit mit Menschen zu arbeiten. Es ist jedenfalls ein spannendes Arbeitsfeld und kann vielen Menschen helfen. Sind Sie an einer Hypnose-Ausbildung interessiert oder haben Sie bereits eine hinter sich und haben (noch) keine Heilerlaubnis?
Da fragen Sie sich sicherlich, was Sie dürfen und was nicht.

Ganz vereinfacht können wir sagen:
Hypnose ist eine Art von Entspannung. Geht diese Entspannung tief genug, kann man sogar in eine hypnotische Trance kommen.

Und genau hier setzt auch schon der Gesetzgeber an! Das Bundesverwaltungsgericht hat u.a. mit dem Urteil vom 26. August 2010 unter Aktenzeichen 3 C 29.09 folgendes deutlich gemacht.
Ohne Heilerlaubnis oder eine psychotherapeutische Ausbildung nachweisen zu können, dürfen Sie nicht mit aufdeckenden Methoden oder Verfahren arbeiten.
Aufdeckend heißt, wenn Sie Ihrem Gegenüber sein Unbewusstes ins Bewusstsein holen. Sie dürfen also nicht mit Inhalten aus dem Unbewussten arbeiten, wenn Sie keine Heilerlaubnis besitzen. Das tun Sie jedoch mit der bloßen Anwendung der Hypnose. Allein eine Entspannungsübung wäre vor Gericht schon ein Problem, weil man auch da zwangsläufig das Unbewusste berührt!
Wenn eine bloße Entspannungsübung schon ein Problem ist, dann ist es bei Hypnose erst recht verboten. So explizit hat es der Gesetzgeber auch in seinem Urteil festgehalten.
Hypnose ist ein Tiefenentspannungsverfahren und berührt das Unbewusste. Sie berührt das Unbewusste zwangsläufig durch das sich entspannen. Auch andere Tiefenentspannungs- und Imaginationsverfahren dürfen nicht ohne Heilerlaubnis o. ä. eingesetzt werden.Der Verband freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater nennt dazu 3 typische Beispiele: Innenwelt-Reisen, innere Bilder oder die Tiefenentspannung.
Rückführungen und Reinkarnations-Rückführungen sind dem Verfahren der Hypnose übrigens ähnlich und dürfen ebenfalls nicht ohne Heilerlaubnis durchgeführt werden!
Laut dem Verband freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater sieht das Bundesverwaltungsgericht die Hypnose als ein Verfahren, dass stark in die menschliche Psyche eingreift und wirkt.
Das Bundesverwaltungsgericht sieht die Anwendung von Hypnose ohne Heilerlaubnis also als ernsthafte Gefährdung und spricht sich ganz klar dagegen aus!!!!
Nach seiner Ansicht braucht die Anwendung von Hypnose einiges an therapeutischer Kompetenz um sich herum. Dazu gehört das Wissen über die Psyche und Ihre Wirkungsmechanismen selbst, um Gefahren abschätzen und mit Ihnen umgehen zu können. Zudem ist es mit einer Hypnose allein nicht getan und so erwartet der Gesetzgeber weitere Therapeutische Kompetenz außerhalb der Hypnose, um dem Klienten im ausreichend helfen zu können. Und zusätzlich bedarf es einer sorgfältigen Vordiagnostik. Er fürchtet, dass Menschen ohne Heilerlaubnis die Gefahr ihrer Arbeit nicht abschätzen oder nicht damit umgehen können, ohne andere ernsthaft zu gefährden. Die Erfahrung hat bereits schmerzlich gezeigt, dass Menschen ohne Heilerlaubnis solche notwendigen Kenntnisse für eine Behandlung nicht besaßen und bei Ihren Klienten erheblichen Schaden anrichteten.

Wenn Sie eine Heilerlaubnis o.ä. besitzen, sollten Sie jedoch trotzdem mögliche Kontraindikationen bei der Hypnose beachten. Es gibt also Menschen, bei denen eine Hypnose ganz oder teilweise nicht möglich ist oder sogar Schaden bringt.
So ist es möglich, dass einige Menschen einer Hypnose körperlich nicht standhalten könnten. Diese haben Probleme mit den Rücken, dem Nacken oder den Knien. Hier wären Hypnosen im Stehen oder Blitzhypnosen gefährdend. Es empfiehlt sich also eine Hypnose im Liegen.
Neben dem gibt es Menschen, bei denen Hypnose nicht möglich ist oder schwerwiegende Folgen drohen, weil sie eine psychische Störung haben, z.B. Eine Depression oder ADHS. Bitte wenden Sie Hypnose auch niemals bei Menschen mit einer schizophrenen Störung an, selbst wenn ein Schub schon Jahre her ist. Es könnte ein neuer Schub in der oder durch die Hypnose ausgelöst werden. Auch wenn Sie wissen, dass Verwandte Ihres Gegenübers diese Störung hatten oder haben, lassen Sie es lieber bleiben.
Wenn Sie bei jemanden eine Hypnose anwenden, könnte auch ein altes Trauma reaktiviert werden. Um dieses behandeln zu brauchen Sie eine Heilerlaubnis.
Das sind nur einige Beispiele zum Thema Kontraindikation. Wenn Sie das Thema näher interessiert, lassen Sie es mich wissen, ob ich ein Video dazu gewünscht ist.

Und was ist mit diesen ganzen Hypnose und Entspannungsvideos auf YouTube? Dazu wurde vom Bundesverwaltungsgericht meines Wissens nach noch nichts beschlossen. Gilt hier etwa das Motto: Wo kein Kläger, da kein Richter? Man könnte man es auch wie folgt auslegen: Der Youtuber macht mit seinem Hypnose-Video nur ein Angebot, dass an keine bestimmte Person gerichtet ist, sondern an die Allgemeinheit. Die Zuschauer solcher Videos müssen dann für sich selbst verantwortungsvoll entscheiden, ob Sie sich so etwas zumuten können. Ähnlich wie bei einem Horrorfilm. Ein skurriles Beispiel, aber im Prinzip stimmt es.

Nochmal zusammengefasst:
– Eine Anwendung der Hypnose ohne Heilerlaubnis ist grundsätzlich nicht erlaubt!
– Der Hypnotiseur ohne Heilerlaubnis kann mit möglichen negativen Folgen nicht ausreichend umgehen.
– Er könnte dem Klienten mit oder durch die Hypnose schaden

Meine Empfehlung an Sie:
Machen Sie mindestens mindestens den kleinen Heilpraktiker, auch genannt HPP. Danach hängen Sie eine solide psychotherapeutische Ausbildung, wie z.B. KVT (Kognitive Verhaltenstherapie) an ….und dann können Sie völlig legal mit Hypnose arbeiten. Der kleine Heilpraktiker ist tatsächlich sinnvoll für die Praxis, weil Sie sämtliche Psychische Störungen kennen und auch wissen, was Sie wie weit bearbeiten können. Er erlaubt Ihnen Diagnosen zu stellen und natürlich therapeutisch mit Hypnose zu arbeiten. Egal, ob mit einer Heilpraktikerschule oder autodidaktisch, die Ausbildung lohnt sich!

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Danke für’s Zuschauen und… Bis bald!

 

 

Quellen zum Video:
https://www.bverwg.de/260810U3C28.09.0

https://www.vfp.de/verband/verbandszeitschrift/alle-ausgaben/54-heft-04-2011/334-rechtsgrundlage-nicht-schaden.html