Natalie Andrione

Wenn die Arbeit sich von alleine macht

Wenn du mit mit deiner Kraft gehst
Kommt dir das bekannt vor?

Der Wecker klingelt gefühlt viel zu früh und reißt dich aus dem Land der wohligen Träume. Du schleppst dich aus dem Bett. Deine Glieder sind schwer und dein Kopf denkt sich zurück ans Kissen.

Es ist noch dunkel. Mit grellem Badezimmerlicht und einer Dusche reißt du dich nun endgültig aus dem Schlaf. Alles in dir wehrt sich. Alles in dir scheint zu wissen, was dich gleich erwartet. Doch du kommst nicht drum herum. Du bist nicht krank, es ist kein Feiertag, auch der Krieg ist nicht ausgebrochen. Schlimmer: Du musst zur Arbeit.

Dort gibt es Aufgaben, die nun gemacht werden müssen. Alles wartet auf dich, dass du Sie machst. Du wartest nur auf eines: Feierabend. Dabei hat der Tag doch grade erst begonnen. Was für ein schöner, sonniger Tag. Das macht es alles nur noch schwerer. Du schleppst dich also durch den ewig langen Arbeitstag. Am Ende bist du doch etwas erleichtert. Immerhin ist dieser für heute vorbei. Doch nicht zu früh freuen! Morgen geht das ganze nochmal von vorne los. Auch das Wochenende und der Konsumrausch machen es nicht besser. Der Alkohol, Party‘s, Sex. Und doch holt dich alles ein und geht immer weiter … und weiter. Kein Licht am Ende des Tunnels.

So kann es nicht weitergehen, denkst du. Ich will nicht mehr. Dieser Job ist übel, aber sicher. So hast du nichts zu verlieren. Nun fragst du dich: Wo ist die Freude in meinem Leben, wo die Spannung? Bis zu deinem Lebensende musst du das ertragen. Wie viel Kraft kostet dich dieser Job? Und wie viel Freude?

Doch was hindert dich daran dein Leben zum Guten zu wenden?

Dieser Job sichert mir meinen Lebensunterhalt.

Ich habe viel in die Ausbildung investiert.

Ich habe optimale Arbeitszeiten.

Ich verdiene genug Geld.

Ich kann mir Urlaub leisten.

Wer weiß, ob ich etwas anderes finde.

Will ich überhaupt in diesem Bereich arbeiten?

Ich sehe einfach keine andere Möglichkeit.

Eine Entscheidung ändert alles.

Der Wecker klingelt. Du hebst den Kopf. Ist es schon so spät? Du schmust dich gemütlich aus dem Bett, stehst auf und streckst dich mit einem lauten wohligen Gähnen. Zugleich merkst du wie die Kraft in deinem Körper hoch steigt, bis in die Fingerspitzen. Dein Kopf ist klar. Du bist noch leicht müde, doch dieses Gefühlt verschwindet rasch, denn das Gefühl von Vorfreude bleibt nicht lange unbemerkt. Es zieht dich in die Dusche. Das Wasser auf deinem Körper fühlt sich seidig warm an. Dein Griff in den Kleiderschrank zaubert dir eine perfekte Kleiderkombination heraus. Dein Frühstück bereitest du dir mit Liebe zu. Es schmeckt wieder. Beschwingt erscheinst du an deinem Arbeitsplatz und mit Hingabe vollziehst du deinen Tag. Denn DU hast Freude daran.

Denn du bestimmst dein Leben.